Allgemein

Sparfuchsen im Netz oder „Geiz ist geil 2.0“

Sale Aktion

Geiz ist geil“. So hallte es den Konsumenten Anfang der 2000er Jahre aus den Lautsprechern und Werbeanzeigen einer bekannten Elektrohandelskette entgegen. Dem Kunden das Gefühl zu geben, er sei „dumm“, würde er zu höheren Preisen vergleichbare Produkte woanders kaufen, war die einfache, aber eindringliche Botschaft dieses Marketings. Während die besagte Kampagne seit 2007 ihre Aussage mehr und mehr anpasste und den Schwerpunkt auf ein höheres Qualitätsversprechen legte, ist ihr Slogan und das damit verbundene „Sparen wo es nur geht“-Prinzip noch immer mehr oder weniger tief im deutschen Einzelhandel und dessen Kunden verankert. 

Die Erfolgsgeschichte der stationären 1,-Euro Shops ist nur ein Beispiel dafür, primär über den Preis die Aufmerksamkeit potentieller Kunden gewinnen zu wollen. 

Auch online gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Produkte verschiedenster Art stark vergünstigt und sogar gratis zu erwerben. Neben Online-Foren wie mydealz, DealDoktor, CouponPalme und vielen anderen gibt es diverse Social Media-Gruppen, die ihren Followern Anreize und Informationen zu den Themen „Deals“, „Freebies“ und „Rabatte“ liefern.

In ihrer spezifischen Ausrichtung und Ansprache verschieden, vereint alle Anbieter das gleiche Ziel: dem vorbei surfenden Besucher schnell deutlich zu machen, wer bei diesen Schnäppchen nicht zuschlage, sei selbst Schuld. Man verpasse quasi etwas. Ob über (downloadbare) Coupons oder Direktweiterleitungen zu Online-Promotions der Hersteller bzw Händler:  Schnell und unkompliziert kommen der bewusste Sucher wie auch der Nur-mal-Umschauen-Besucher ihren potentiellen Kauf-Verlockungen näher. 

Eine Reise durch die Welt der „Sparfuchs-Seiten“ brachte ein buntes und vielschichtiges Ergebnis ein: Es gibt nahezu alles, was das Käufer- und Schnäppchen-Herz begehren könnte. Namhafte Marken sind ebenso stark vertreten wie eine hohe Spannbreite des Produktwertes generell.

Ob Kinderbücher, Leasingverträge oder Burger-Saucen; ob Handyverträge, Wasserflaschen oder proteinhaltige Gesichtscremes: Wer nichts Spezielles sucht, sich aber mal „treiben lassen“ möchte, unterliegt der Gefahr, ähnlich wie am IKEA Ausgang noch eigentlich gar nicht geplante oder überhaupt benötigte „Quengelware“ zu erwerben. Von Gratis-Testen Aktionen über Geld-zurück-Garantien bis hin zu klassischen Rabatt-Angeboten (beim Händler xy gibt es dieses Produkt nur noch in dieser Woche mit 30% Rabatt): Sowohl die Produktpalette als auch die spezielle Form der Promotion ist vielfältig.

Von besonderer Bedeutung ist, dass auf diesen Seiten und Foren wahre Schnäppchen-Profis unterwegs sind. Die einen, die jegliche Angebote durchforsten und ihren kompletten Lebensalltag mit rabattierten Aktionen pflastern. Von der morgendlichen Zahnpasta über die laktosefreie Milch sowie Coupons für das Gratis-Testen Mittagessen… so als echter Sparfuchs kommt man schon „gut und günstig“ – und wer soviel sparen kann, der kauft als wahrer „Schnäppchen-Hamsterer“ eben auch mal gerne 40 Flaschen Weichspüler oder 90 Liter Spülmittel für den stolz angelegten Keller-Vorrat, der dann auf diesen Seiten präsentiert wird.

Die anderen, wir nennen sie mal wertschätzend „die Aufdecker“, haben es ebenso in sich. Obacht ist hier geboten, sollte das Schnäppchen-Angebot einmal nicht sauber formuliert sein oder Fehler in der Abwicklung auftreten. Der Aufdecker erkennt das Problem sofort und verteilt seine gemachte Entdeckung zeitnah in der Community. Foren wie die obigen sind hierfür natürlich hervorragende Multiplikations-Plattformen.

So gab es kürzlich den Fall eines Windel-Herstellers, der unzufriedenen Kunden etwas Gutes tun wollte, indem er diesen nach Anruf bei seiner Hotline einen QR zusandte, mit denen der Konsument beim nächsten Einkauf einen deutlichen Nachlass erhielt. Da dieser QR Code aber nicht unique war und durch einen findigen Sparfuchs auf einer entsprechenden Seite online gestellt wurde, konnte dieser durch Einspielen in eine Drogerie-App durch den Aufdecker und seine findigen Hamsterer-Follower unbegrenzt genutzt werden. So kam nach nicht einmal zwei Tagen dieser „ungeplanten“ Nutzung ein hoher fünfstelliger Betrag auf den Kunden zu, der über die Drogerie-App eingelöst wurde – ohne die übliche Kauf-Limitierung pro Haushalt. Was als gut gemeintes Angebot an nicht überzeugte Kunden startete, entpuppte sich durch findige Sparfüchse und die technischen Möglichkeiten zur Verbreitung solcher „Preisfehler“ als teures.

Wohl dem, der in Zeiten von Hamsterern und Aufdeckern einen kompetenten Absicherungs- Partner wie die SPS an seiner Seite hat. Davon auszugehen, dass bei einer Zufriedenheitsgarantie nur unzufriedene Konsumenten teilnehmen, die dem Unternehmen gar noch verlässliche Daten zum Produkt und Verbesserungen in Bezug darauf geben, ist „dank“ solcher Portale weit von der Realität. Es geht nicht allen, aber einer steigenden Zahl von Verbrauchern eher darum, zu ihrem eigenen Vorteil möglichst viel „rauszuholen“, mit mehreren Bankverbindungen, Nennung falscher Adressen und Vervielfältigung von Angeboten und Coupons das Maximum an Ersparnis herauszuholen – auf Kosten der veranstaltenden Unternehmen. Nur wer vor der Aktion alle potentiellen Schlupflöcher erkennt und das Risiko damit richtig einzuschätzen im Stande ist, wird auch während aufmerksamkeitserregender Schnäppchen-Angebote als Kunde nachts noch sauber schlafen können.